
Erste Schritte und Grundlagen
Wer Kinder beobachtet, wenn sie einen großen freien Raum betreten, sieht sofort den ihnen innewohnenden Drang nach freier, nicht an einen Zweck gebundener Bewegung, die Freude daran, die eigene Schnelligkeit, das Zusammenspiel von Armen und Beinen, Kraft und Gleichgewicht (Koordination) auszuprobieren. Sie fangen an zu laufen, hüpfen durch den Raum, betrachten ihre eigenen Bewegungen, so einer vorhanden, im Spiegel.
In den Kursen für die Kleinsten geht es darum, diese kindliche Bewegungsfreude zu erhalten um sie dann weiterzuentwickeln und die Kinder selbst positiv spüren zu lassen. Die Körperwahrnehmung der Kinder wird geschult, ein Prozess, der sich in den späteren Kursen fortsetzt.
Aber auch erste angeleitete motorische Lernprozesse finden statt: leichte Schrittkombinationen und tänzerische Grundschritte, die gezielte Schulung von Kraft, Beweglichkeit und Koordination ebenso wie rhythmisch-musikalische Sensibilisierung stehen neben der ganz freien oder durch ein vorgegebenes und mit den Kindern gemeinsam erarbeitetes Rahmenthema angeleiteten Improvisation im Mittelpunkt des Unterrichts.
Der eigene Körper wird über Kontraste erfahren: Weit und eng, groß und klein, schwer und leicht, angespannt und entspannt, schnell und langsam – unterschiedliche Bewegungsqualitäten, die den Kindern über Bilder und Vorstellungen, die ihrer Vorstellungswelt entsprechen, verdeutlicht und von ihnen anschließend körperlich in Bewegungen umgesetzt werden.
Nach und nach kommen erste technische Elemente hinzu, die Grundlagen aller Tanztechniken.
Nach den ersten tänzerischen Erfahrungen werden die Kinder dann ab etwa 8 Jahren allmählich an die traditionellen Formen und Bewegungen des klassischen Tanzes herangeführt, ohne dass jedoch die kindliche Bewegungsfreude und –spontaneität verloren gehen sollen. So bleibt auch hier Platz für Improvisation und Ausgelassenheit.
Der Unterricht wird bereichert durch Elemente aus dem Modernen Tanz (und umgekehrt), da diese beiden Tanzstile ohne einander heute kaum mehr zu denken sind und sich gegenseitig bereichern und inspirieren können. Zudem erfolgen Lernprozesse auch hier über das Erfahren von Kontrasten: die für den klassischen Tanz erforderliche Körperspannung kann bewusster erfahren und gelernt werden, wenn auch der Gegensatz dazu, der sich stärker im Modernen Tanz wiederfindet, immer wieder bewusst wahrgenommen wird. Ebenso verhält es sich mit der klaren Linie sowohl in den Bewegungen und Positionen die dem klassischen Tanz im Gegensatz zum Modernen Tanz zugrunde liegen.
Kern des Unterrichts ist ein langsames und behutsames Heranführen an die klassische Tanztechnik, wobei Körperwahrnehmung und Improvisation wichtige Aspekte der Unterrichtsgestaltung sind.
Der Übergang in die weiterführenden Klassen erfolgt fließend.
